Gastbeitrag: „Corona macht Kommunikation noch digitaler“

Gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Marco Cabras von Newskontor habe ich bei „Payment&Banking“ einen Gastbeitrag geschrieben. Die Corona-Krise dient als Beschleuniger für die Digitalisierung. Doch was bedeutet es für die Kommunikation, wenn diese von heute auf morgen digital werden muss?

Nur wer die Kanäle konsequent nutzt, seine Aktivitäten auf seine Zielgruppe ausrichtet und Mehrwert liefert, dem wird es gelingen, Botschaften zu platzieren und Ziele zu erreichen.

Hier geht’s zum kompletten Beitrag.

Der Wandel, der jetzt in Gang kommt, ist nachhaltig

Wir schreiben die vierte Woche seit dem Herunterfahren. Noch immer gibt es Momente, in denen ich nicht akzeptieren möchte, was dieser neue Zeit erfordert: Dass ich morgens durch die Läden laufe auf der Suche nach Küchenrolle und Toilettenpapier, weil es hier zur Neige geht. Dass ich mich mit Freunden tatsächlich austausche, wo es gerade Hefe gibt (Beim türkischen Gemüsehändler, der selbst Brot backt und Hefe in praktischen 100-Gramm-Portionen verkauft.) oder Mehl. Dass ich wirklich mit einer unpraktischen Gesichtsmaske in den Supermarkt gehen soll und es dann doch tue, wenn auch widerwillig. Die Liste lässt sich fortführen. Ich fühle mich in eine Zeit versetzt, in der meine Eltern durch die halbe Stadt fuhren, um Bananen oder Apfelsinen zu kaufen.

Gleichzeitig gibt es die Momente, in denen mir klar wird, dass die Zeit danach, wann immer sie auch sein wird, nicht mehr dieselbe sein wird. Vor einigen Wochen schrieb ich an dieser Stelle, dass die Corona-Krise uns alle ins Digitalisierungsbootcamp schickt. Und auch wenn wir uns irgendwann auch wieder real in einem Raum zum Workshop versammeln werden, beim Lunch-Termin Ideen spinnen oder uns auf Veranstaltungen treffen: Vieles von dem, was wir jetzt tun, wird bleiben. Die Arbeit im Homeoffice zum Beispiel, ein paar der digitalen Meetings, aber auch die digitalen Geschäftsmodelle, die vielerorts entstehen. Der lokale Buchladen, der innerhalb einer Woche einen Onlineshop eingerichtet hat. Die kleine Foodbar, die ihre Kunden per Facebook und Instagram über das aktuelle Mittagsangebot informiert und so die Kunden anlockt. Die Eisdiele, die ebenfalls per Instagram abfragt, welche Eissorten als nächstes in der praktischen 500-Milliliter-Packung für zuhause abgefüllt werden sollen. Der Verlag, der aus 20 Remote-Arbeitsplätzen in Windeseile 300 macht. Oder die Redaktion, die nun endlich die digitalen Formate bespielt, die die Leserinnen und Leser seit Jahren gefordert haben. 

Die Krise zeigt auch: All diejenigen, die bereits früh auf mehrere Standbeine setzen, digitale und nicht-digitale, konnten schneller umschalten. Und diejenigen, die ohnehin schon spät dran waren, haben es nun schwer. Wie wahr die Worte des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Gustav Heinemann sind, erleben wir dieser Tage: Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte. Und wer es lieber mit Herbert Grönemeyer sagen möchte: Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders.

Digitalisierung im Hauruck-Verfahren und jetzt läuft alles drunter und drüber? Eine kompetente Beratung hilft, jetzt Prozesse nachhaltig aufzusetzen. Ich und mein Team unterstütze Sie gern!

Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters, den Sie hier abonnieren können.

Neues Format: Das Goldene Blogger Quartett

„Wir müssen da mehr draus machen“ – das ist der Satz, den wir jedes Jahr nach einer Goldene-Blogger-Verleihung (Mehr dazu in meinem Blog) sagen. So auch in diesem Jahr. Dafür gibt es viele Gründe: Das kurze Interview auf der Bühne lässt meist maximal drei Fragen zu, Preisträgerinnen und Preisträger erhalten Aufmerksamkeit, die einen schreiben Bücher, andere werden Podcaststars, usw..

Seit 13 Jahren: Das Team der Goldenen Blogger: Thomas Knüwer, Daniel Fiene und ich.

Doch in diesem Jahr ist alles anders: Denn wir machen mehr draus. Wir starten ein neues Format, das Goldene Blogger Quartett. Einmal im Monat laden Daniel Fiene, Thomas Knüwer und ich eine Gewinnerin oder einen Gewinner zum Talk via öffentlichem Livestream ein. Und wer nicht dabei sein kann, kann sich das Gespräch auch im Nachgang anschauen oder als Podcast hören.

Am 9. März 2020 hat SchwesterFrauDoktor den Goldenen Blogger in der Kategorie „Medizin“ erhalten

In der ersten Folge wird die diesjährige Gewinnerin der Kategorie „Medizin“ zu Gast sein: SchwesterFrauDoktor. Wir werden über diese Zeiten gerade sprechen, über das Bloggen und vieles mehr.

Das Ganze wird plattformneutral produziert, es kann auf der Homepage, im Youtube-Kanal, Facebook konsumiert werden.

Schon einmal war ich Teil eines solchen Formats: Von 2012 bis 2015 haben wir die Youtube-Talkshow „Das Digitale Quartett“ produziert und hatten in 75 Folgen ziemlich viele tolle Interviewpartner. Zum Beispiel Jeff Jarvis, Clive Thompson, Sascha Lobo oder Gunter Dueck (alle Folgen hier).

Die Corona-Krise ist ein Digitalisierungsbootcamp

Am Dienstag erschien im Handelsblatt ein Interview mit Cornelius Baur, dem Deutschland-Chef von McKinsey, der sich dort auf die Frage, wie er die derzeitige Lage so erlebe, so überraschend ehrlich gab: „Ich erlebe die Corona-Krise als radikalsten Einschnitt, den ich in meinem Berufsleben gesehen habe. Weitgehend von zuhause aus zu arbeiten war bisher weder für mein Naturell noch meine Rolle als Berater etwas Gewohntes. Insofern lerne ich auch in diesen schwierigen Zeiten noch etwas hinzu.“

Und so geht es uns allen gerade. Wir lernen die Selbstorganisation im Home Office, wie man digital Wissen in Form von Webinaren vermittelt. Wir lernen, wie schnell Unternehmen vom Offline- in den Online-Status gebracht werden können, dass Videokonferenzen auch ganz schön sein können, so dass wir uns am Abend sogar zu einem digitalen Wein oder Bier verabreden. Wir lernen, wie Konferenzen oder Preisverleihungen auch im digitalen Raum stattfinden können, haben plötzlich neue Ideen für Formate, auf die wir vielleicht nie gekommen wären. Wir lernen, wer und was wirklich systemrelevant ist, was Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Krankenschwestern und -pfleger, Ärztinnen und Ärzte, Supermarktangestellte den ganzen Tag leisten. Wir lernen dankbar zu sein. Dass wir immerhin noch spazierengehen und laufen gehen können. Und gleichzeitig üben wir uns in Selbstbeherrschung, weil Kinderbetreuung und Arbeit unter einen Hut gebracht werden müssen. Deutschland, nein, die ganze Welt lernt. Weil wir es müssen und keine Wahl haben.

Corona hat uns in eine Art Bootcamp geschickt. Ist es nicht erstaunlich zu sehen, was innerhalb kürzester Zeit alles möglich ist? Dinge, die vor zwei Wochen noch auf irgendwann mal vertagt worden sind, sind plötzlich möglich. Ich muss in diesen Tagen häufig an die Sätze von Max Frisch denken, die schon während der Finanzkrise gerne bemüht wurden: „Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Ich würde mir wünschen, wenn an diesem Beigeschmack bald gearbeitet wird. Wer weiß, was wir dann noch lernen.

Learning bei Doing ist schön und wichtig – eine kompetente Begleitung kann allerdings helfen, Fehler zu vermeiden und schneller ans Ziel zu gelangen. Ich und mein Team unterstütze Sie gern!

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Moderation: Digital Fishbowl mit Anna-Lena Müller und Dorothee Bär

In dieser Woche hatte ich die Ehre im Auftrag von Landaumedia eine Fishbowl zu moderieren. Die Gäste: Digitalstaatsministerin Dorothee Bär und Volkswagen-Digitalkommunikatorin Anna-Lena Müller. Die Runde: Kommunikationsprofis. Das Thema: Wieviel Personality braucht Digitalisierung in Politik und Wirtschaft? Ergebnis: Ohne geht‘s natürlich überhaupt nicht und Social Media kann dabei hilfreich sein. Fun Facts: Fränkischer Weißwein schmeckt, Volkswagens CEO Herbert Diess wird erstmal nicht auf Tiktok gehen und die Bundeskanzlerin verfolgt wohl sehr genau, was Dorothee Bär so auf Twitter treibt. Bär ist kein Freund der Idee eines Digitalministeriums. Grund: Ein Digitalministerium würde momentan nicht unsere Silostruktur in den Ministerien verändern. Recht hat sie. Ob auf sie gehört wird, scheint mir gerade eher unwahrscheinlich. Nun aber fünf Dinge, die du von Anna-Lena Müller und Dorothee Bär lernen kannst.

Erstens: Natürlich ist Persönlichkeit und persönliches Engagement für die Digitalisierung von Politik und Wirtschaft extrem wichtig. In sich wandelnden Welten helfen persönliche Beziehungen, Vertrauen, aber auch Haltung und ein gewisses Maß an Transparenz und Berechenbarkeit, Menschen mitzunehmen und gemeinsam Dinge voranzutreiben. Anna-Lena Müller formulierte es so: „Ich stehe für Werte und Dinge, die mir wichtig sind und da werde ich auch ungemütlich.“ Social Media eignet sich also super für die eigene Positionierung – im Positiven wie im Negativen. Oder wie es Dorothee Bär treffend formulierte: „Wer auf Twitter ein Idiot ist, ist es im richtigen Leben meist auch.“

Zweitens: Digitale Bildung ist etwas, was auf der politischen Agenda immer noch viel zu kurz kommt und auch wenn Bildung Ländersache ist, engagiert sich Dorothee Bär und eckt dabei auch einmal an. „Wir haben immer noch Kultusminister, die Reden halten und sagen, mir ist ein guter analoger Unterricht wichtiger als ein schlechter digitaler.“ Dafür gebe es Applaus, beklagte sie sich. Wenn du etwas verändern willst, dann musst du für die Sache kämpfen und etablierte Silos einbrechen. Und zum Thema: Gerade wenn es um die digitale Bildung und Medienkompetenz unserer Kinder geht, nicht immer nur die Politik verantwortlich gemacht werden sollte. Wir Eltern können da einen viel größeren Beitrag leisten.

Drittens: Zur Debatte um die sogenannten Corporate Influencer hatte Anna-Lena Müller eine ziemlich klare Haltung: „Ich bin ich. Es geht nicht darum für ein Unternehmen zu influencen, sondern für die Themen, für die ich stehe.“ Social Media steht für Verbindungen von Menschen, das darf in dieser Debatte nicht vergessen werden.

Viertens: Ist es noch notwendig, darüber zu diskutieren, ob man in sozialen Medien aktiv sein sollte oder gehe es nicht mittlerweile eher um das Wie. Ich finde: kann man nicht trennen. „Ja, wir müssen immer noch die banale Diskussion über Social Media führen, wenn wir alle Leute mitnehmen wollen“, sagte Anna-Lena Müller.

Fünftens: Wie mit Kritik umgehen? Dorothee Bär hat da eine ganz eigene Strategie: Sie duldet Kritik nur auf Twitter und versucht auch dort in der Regel zurückzuschreiben. „Mich kann auf Twitter jeder beleidigen. Auf Instagram mag ich das nicht. Da empfehle ich auch gern: Wenn du mich beleidigen willst, geh rüber zu Twitter“, so Bär. Der letzte Ratschlag: Beim Umgang mit Hatern helfe zudem ein soziales Netzwerk – analog und digital. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Alle Fotos zur Veranstaltung gibt’s hier. Tweets zum Hashtag hier. Und das PR-Journal hat auch schon drüber geschrieben.

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Save the date: Am 9.3. werden die Goldenen Blogger 2019 verliehen

Die Goldenen Blogger 2019 werden am 09. März 2020 bei Microsoft Berlin (Unter den Linden 17) verliehen. Wir freuen uns, mit Microsoft einen inspirierenden, innovativen und passenden Partner für unser Event gefunden zu haben. Näheres zum Preis und zur Historie gibt es auf unserer dazugehörigen Webseite. 

Bereits zum 13. Mal verleihen wir, da sind Thomas Knüwer, Daniel Fiene und ich die Goldenen Blogger, Deutschlands ältesten Influencer-Award. Und das bedeutet in dieser Phase: Sponsoren ansprechen, Programm planen, Wettbewerb vorbereiten, Academy ins Boot holen.

Unser Ziel: Am 9. März in Berlin die tollsten, inspirierendsten Webprojekte des Jahres auszeichnen, diesen so eine wunderbare Bühne bieten, netzwerken und insgesamt einen guten Abend mit guten Leuten haben.

Hier ein kleines Video, dass wir am Abend der  2018er Ausgabe aufgenommen haben:

Gastbeitrag „Der richtige Kommunikationsmix“ in „Die Wohnungswirtschaft“

Die Zeitschrift „Die Wohnungswirtschaft“ hat mich gebeten, einen Gastbeitrag über die Notwendigkeit von digitaler Kommunikation zu schreiben. Dabei ist mir bewusst geworden, wie zielgruppenorientiert mein eigener Vermieter eigentlich kommuniziert. Ich habe dort fünf Dinge beschrieben, auf die es aus meiner Sicht bei einem optimalen Kommunikationsmix ankommt: 

Erstens: Think digital und mobile! Wer die digitale Kommunikation mit seinen Stakeholdern ignoriert, versteht seine Kunden nicht und wird langfristig verlieren.  

Zweitens: Wer digital kommuniziert, muss zuhören. Wer nicht kommuniziert, kann nicht verhindern, dass dennoch über ihn gesprochen wird.  

Drittens: Digitale Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Die Zeiten, in denen eine kommunikative Maßnahme ohne Rückkanal funktioniert hat, sind längst vorbei.

Viertens: Individuelle Kommunikation ist ein Muss. Wer nicht zielgruppenspezifisch kommuniziert, kann nur missverstanden werden.

Fünftens: Nicht alles muss digital sein.  Persönliche Kommunikation kann auch auf bewährten Offline-Kanälen stattfinden.

Die Langversion gibt’s in „Die Wohnungswirtschaft“.