Unternehmerischer Journalismus aus der Praxis: Viernull

Im Rahmen des Seminars „Unternehmerischer Journalismus“, das Franziska Bluhm derzeit an der RTL Journalistenschule unterrichtet, kam ein journalistischer Gründer zu Wort: Hans Onkelbach. Seit Mai 2021 ist Viernull am Start. Ein journalistisches Start-up, das über Düsseldorf berichtet und was sich allein aus Aboeinnahmen finanzieren soll.

Hans Onkelbach berichtete darüber, was sich in den vergangenen Monaten getan hat, was ihn überrascht, was er unterschätzt hat und was sie alles schon anders machen als noch zu Beginn.

Und jeder, der sich darüber Gedanken macht, in irgendeiner Weise sein eigenes Ding zu machen – ob im Journalismus, im eigenen Unternehmen, in der Kommunikation – hier konnte jeder etwas mitnehmen. Wir fassen ein paar seiner Erkenntnisse zusammen.

1. Loslegen. Von der Idee bis zum Crowdfunding vergingen auch bei Viernull nur ein paar Monate. Bis das Projekt dann schließlich an den Start ging, nur wenige Wochen. Anfangen war für das Team das wichtigste. Und an die eigene Idee glauben. 

2. Ziele setzen. Das Gründerteam hat sich klare Ziele gesetzt. Eine gewisse Abonnierendenzahl zu einem bestimmten Zeitpunkt, Umsätze – je genauer diese sind, desto einfacher ist es zum einen darauf hinzuarbeiten und gleichzeitig Vollgas zu geben.

3. Auf eigene Kompetenzen vertrauen. Einer fürs Technische, zwei Autoren, ein Fotograf – das war das Gründungsteam. Aber das noch mehr Kompetenzen notwendig sind, wurde allen schnell klar. Das zu erkennen und sich dann die richtigen Leute dazu holen – auch das ist wichtig. 

4. Unperfekt ist das bessere Perfekt. Ja, klingt sehr floskelig, aber es geht wirklich drum, erstmal loszulegen und nach und nach neue Funktionen hinzufügen. Seit dieser Woche können Abos auch verschenkt werden. Schritt für Schritt wird das Geschäftsmodell erweitert. Hätten die Jungs gewartet, um perfekt(er) an den Start zu gehen – sie hätten viel Zeit verschenkt.

5. News als Marketing-Instrument. Auch wenn sie sich eigentlich eher auf die großen Geschichten in Düsseldorf konzentrieren – wenn sie dann über ihre Kanäle doch mal News covern, vor allem dann, wenn sie kein anderes Medium hat, hilft das in der öffentlichen Wahrnehmung. 

6. Community! Die vielen Zuschriften auf Themen im Newsletter, Hinweise auf Themen, Wünsche für Funktionen – zuhören, ernst nehmen und reagieren. 

7. Netzwerk. Viele unterschätzen die Kraft des eigenen Netzwerks, nicht nur des direkten, sondern vor allem des indirekten Netzwerks. Es lohnt sich, dieses zu pflegen. 

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