Die Corona-Krise ist ein Digitalisierungsbootcamp

Am Dienstag erschien im Handelsblatt ein Interview mit Cornelius Baur, dem Deutschland-Chef von McKinsey, der sich dort auf die Frage, wie er die derzeitige Lage so erlebe, so überraschend ehrlich gab: „Ich erlebe die Corona-Krise als radikalsten Einschnitt, den ich in meinem Berufsleben gesehen habe. Weitgehend von zuhause aus zu arbeiten war bisher weder für mein Naturell noch meine Rolle als Berater etwas Gewohntes. Insofern lerne ich auch in diesen schwierigen Zeiten noch etwas hinzu.“

Und so geht es uns allen gerade. Wir lernen die Selbstorganisation im Home Office, wie man digital Wissen in Form von Webinaren vermittelt. Wir lernen, wie schnell Unternehmen vom Offline- in den Online-Status gebracht werden können, dass Videokonferenzen auch ganz schön sein können, so dass wir uns am Abend sogar zu einem digitalen Wein oder Bier verabreden. Wir lernen, wie Konferenzen oder Preisverleihungen auch im digitalen Raum stattfinden können, haben plötzlich neue Ideen für Formate, auf die wir vielleicht nie gekommen wären. Wir lernen, wer und was wirklich systemrelevant ist, was Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Krankenschwestern und -pfleger, Ärztinnen und Ärzte, Supermarktangestellte den ganzen Tag leisten. Wir lernen dankbar zu sein. Dass wir immerhin noch spazierengehen und laufen gehen können. Und gleichzeitig üben wir uns in Selbstbeherrschung, weil Kinderbetreuung und Arbeit unter einen Hut gebracht werden müssen. Deutschland, nein, die ganze Welt lernt. Weil wir es müssen und keine Wahl haben.

Corona hat uns in eine Art Bootcamp geschickt. Ist es nicht erstaunlich zu sehen, was innerhalb kürzester Zeit alles möglich ist? Dinge, die vor zwei Wochen noch auf irgendwann mal vertagt worden sind, sind plötzlich möglich. Ich muss in diesen Tagen häufig an die Sätze von Max Frisch denken, die schon während der Finanzkrise gerne bemüht wurden: „Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Ich würde mir wünschen, wenn an diesem Beigeschmack bald gearbeitet wird. Wer weiß, was wir dann noch lernen.

Learning bei Doing ist schön und wichtig – eine kompetente Begleitung kann allerdings helfen, Fehler zu vermeiden und schneller ans Ziel zu gelangen. Ich und mein Team unterstütze Sie gern!

(Dieser Text war Teil meines wöchentlichen Newsletters – hier können Sie ihn abonnieren.)